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Betriebsräte benötigen für ihre Arbeit Qualifizierung. Alle Beiträge auf dieser Seite entstanden im Kampf für den Erhalt der dafür wichtigen Bildungsstätten des DGB in Hamburg Sasel und am Starnberger See.

Für deren Schließung gab es keinen Grund, denn die Häuser waren sehr beliebt und schon deshalb gut belegt. Doch obwohl sich Tausende Betriebsräte für den Erhalt der Häuser einsetzten und alle Argumente der Schließungsbefürworter widerlegt werden konnten, zogen DGB-Vorsitzender Michael Sommer und sein Bildungswerk-Geschäftsführer Dr. Dieter Eich diese unbarmherzig durch.

Das letzte Seminar, das in den Häusern stattfand, endete am 25. November 2011. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist nun entlassen und die Häuser werden zum 31.12.2011 geschlossen.
Dieser Blog des Förderkreises Sasel wurde eingerichtet, um den Unterstützerinnen und Unterstützern unseres Aufrufes eine eigene Plattform zu geben.

Es ist dies also kein allgemeines Forum, wo auch alle anderen denkbaren Themen diskutiert und behandelt werden. Uns geht es mit diesem Blog um einen Austausch derjenigen, die sich für den Erhalt unserer Bildungszentren stark machen!

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Beitrag von Alexander Schauenburg
geschrieben am 09.07.2011 um 14:35 Uhr

Als langjähriger betrieblicher Funktionär verschiedener DGB-Gewerkschaften habe ich das überdurchschnittliche Niveau der Angebote von HH-Sasel persönlich kennenlernen können. Ich möchte dennoch die finanzielle Situation des DGB nicht außer Acht lassen. Wäre von daher die Schließung unabweisbar, so könnte ich das akzeptieren. Aber das hat ja nicht mal der Betreiber selbst in den IA-Verhandlungen behauptet!

Überdies halten es ja weder der DGB noch sein Bildungswerk für nötig, eine transparente Diskussion über die Angelegenheit zu führen: Auf der Website des Bildungswerks werden die Tagungsstätten Sasel und Starnberg immer noch angepriesen mit allen Vorteilen, die sie tatsächlich haben – kein Wort von den geplanten Änderungen, den Gründen dafür und den alternativen Perspektiven. Dann auch noch betriebsbedingt zu kündigen und Sozialplanpositionen einzunehmen, die für unsere eigenen Reihen einfach erbärmlich sind – da kann ich nur allen verantwortlichen KollegInnen sagen – und dazu gehört natürlich auch Koll. Sommer – Schämt Euch in Grund und Boden!

Alexander Schauenburg

 
Beitrag von Armin Schmid
geschrieben am 08.07.2011 um 13:57 Uhr

Im Rahmen des AKtiVCongreZ hat auch die junge netzpolitische Bewegung das Tagungszentrum Sasel gewinnbringend nutzen können. Die Schließung ist ein herber Verlust für den Kampf um Freiheitsrechte im digitalen Zeitalter. Sasel muss erhalten bleiben.

 
Beitrag von Michael Tangermann
geschrieben am 08.07.2011 um 09:52 Uhr

Diese Sauereien sind wir vom DGB in Vorpommern leider gewohnt. Auch wir protestierten gegen die Versetzung/Entlassung eine guten DGB Funktionärs und gingen damit sogar an die Öffentlichkeit. Genützt hat es am Ende leider nichts. Die Technokraten der Führung in Berlin sind leider auf beiden Ohren taub. Und nicht zu vergessen, sie finden leider auch immer auf den unteren Ebenen willige, Karrieregeile Handlanger, die für sie die Drecksarbeit vorbereiten.

Überlebt hat in Vorpommern ein fauler und feiger Regionsvorsitzender der seine Mitglieder verarscht und belügt.

Aber das sind die besten Funktionäre für die DGB Führung.

 
Beitrag von Robert Niman
geschrieben am 07.07.2011 um 15:14 Uhr

…… was heisst „kalt und herzlos“? es ist wie die gesammte DGB ist, kalt und herzlos.

 
Beitrag von Geschäftsführung des DGB Bildungswerks
geschrieben am 06.07.2011 um 18:40 Uhr

So kündigte Dieter Eich unsere Kolleginnen und Kollegen in der Bildungsstätte Hamburg Sasel …

Kein persönliches Wort, kein Wort des Bedauerns – kalt und herzlos …

Kuendigungsschreiben des Dieter Eich

Redaktionelle Anmerkung: Dieses Bild hat uns ein Beschäftigter / eine Beschäftigte des Tagungszentrums Hamburg Sasel zur Veröffentlichung überlassen. Nur den Namen der/s Betroffenen haben wir dabei unkenntlich gemacht.

2 Kommentare

 
Beitrag von Kuni
geschrieben am 06.07.2011 um 16:04 Uhr

Kai von Appen trifft den Nagel auf den Punkt! Hier handelt der DGB-Vorstand mit klassischer Unternehmerarroganz: Der Hauptvorstand beschließt die Standortschließung. Der Betriebsrat wird nachträglich in Kenntnis gesetzt und kriegt den Sozialplan abschließend in die Hand gedrückt. Es widerspricht nicht nur jedem gewerkschaftlichen Selbstverständnis, das verträgt sich auch nicht mit dem Interessens- und handlungsorientierten Ansatz in Sasel (die Plakate kann man jetzt nicht nur wegen des dummen Zusatzes Sasel im Dreischritt“ sondern auch inhaltlich in den Schredder stecken).

Kurzerhand und ohne Not werden Kernanliegen gewerkschaftlicher Bildungsarbeit über Bord geworfen.

Ich bin so sauer und enttäuscht, ich würde aus dem DGB austreten, wäre es Mitgliedern der Einzelgewerkschaften möglich. Pfui!

Wolfram Siede

Redaktionelle Anmerkung: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Kommentar für den Beitrag von Kai von Appen taz / die tageszeitung.

 
Beitrag von Uwe Oeltjenbruns
geschrieben am 06.07.2011 um 07:57 Uhr

Ich habe in Sasel ein Seminar gemacht zu BR-Wahlen. Das war um Klassen besser, als ein Folgeseminar in einem anderen Haus.

Uwe Oeltjenbruns
Betriebsrat Nordwest-Zeitung, Oldenburg

 
Beitrag von Kai von Appen
geschrieben am 05.07.2011 um 22:23 Uhr

Die Schließung war politisch beschlossene Sache.

Schlimmer Arbeitgeber

KOMMENTAR VON KAI VON APPEN

Wenn Gewerkschaften in ihren eigenen Reihen als Arbeitgeber fungieren, reagieren sie oft wie jeder andere normale Kapitalist. Das ist nichts Neues, sondern eine Binsenweisheit. Schließlich obliegen auch sie den marktwirtschaftlichen Mechanismen. Doch wenn der DGB-Vorstand in Düsseldorf und seine Bildungswerk-Tochter mit Arglist agieren und das Betriebsverfassungsgesetz aushebeln, ist das Maß überschritten.

Da wird ein Beschluss gefasst, die Tagungsstätte zu schließen, ohne den Betriebsrat zuvor zu involvieren und Alternativen zu diskutieren – wie es eigentlich das Betriebsverfassungsgesetz verlangt. Dann wurde vorgeschoben, der Sanierungsbedarf in Sasel sei nicht mehr finanzierbar und der Eigentümer plane eine drastische Mieterhöhung – alles Lüge. Und in den Interessenausgleich-Verhandlungen wird dem Einigungsstellen-Vorsitzenden – immerhin einem Richter am Erfurter Bundesarbeitsgericht – vorgegaukelt, es gehe in Sasel um ein Einsparvolumen von einer Million Euro.

Und als die Betriebsräte ein Gutachten vorlegen, dass inklusive der DGB-Zuschüsse und durch die von den Arbeitgebern zu zahlenden Seminar-Beiträge Sasel wirtschaftlich gut da steht, rücken DGB-Vorstand und DGB-Bildungswerk mit der Wahrheit raus: Die Schließung war politisch von Anfang an eine beschlossene Sache und die Verhandlungen nur Farce. So etwas ist gewerkschaftsschädigend und arbeitsrechtlich kriminell.

 
Beitrag von taz / die tageszeitung
geschrieben am 05.07.2011 um 22:15 Uhr

Betriebsräte-Fortbildung

Totentanz in der Bundesschule

Der DGB schließt ein renommiertes Tagungszentrum und kündigt 20 MitarbeiterInnen. „Ein Skandal“, finden 4.000 GewerkschafterInnen. VON KAI VON APPEN

Lagert der DGB bald komplett aus: SchulungHAMBURG taz | Der Vorstand im fernen Düsseldorf macht ernst: Das Tagungszentrum Sasel im idyllischen Norden Hamburgs wird Ende des Jahres geschlossen. Damit schließt das Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nicht nur dessen bundesweit renommierteste Bildungsstätte und setzt 40 Mitarbeiter vor die Tür. Sondern der Gewerkschaftsbund zieht sich mittelfristig aus der qualifizierten Betriebsräte-Qualifizierung zurück. „Ein Skandal“, wie 4.000 GewerkschafterInnen per Unterschrift dem „Förderkreis Sasel“ bekunden.

Die Bundesschule Sasel war der Tipp unter gewerkschaftlichen Betriebsräten, wenn es um Schulungen im Arbeits- und Sozialrecht sowie Betriebswirtschaft und Unternehmenspolitik gehen sollte. 140 Seminare waren dieses Jahr auf dem Programm. Sogar die Frankfurter IG Metall-Zentrale führte ihr „Trainee-Programm“ – die Ausbildung der Nachwuchssekretäre – in Sasel durch, um sich die Kompetenz zu Nutze zu machen.

Ende vorigen Jahres verkündete plötzlich das Bildungswerk – ohne die Betriebsräte zuvor in Erwägungen einzubeziehen – Sasel angeblich aus Kostengründen zu schließen und die 40 MitarbeiterInnen zu kündigen: Eine Million Euro müsse eingespart werden, der Verpächter wolle die Miete erhöhen. Viele Gewerkschafter witterten hinter der Maßnahme der DGB-Bosse jedoch eine politische Entscheidung – und werden jetzt bestätigt.

In den Interessenausgleich-Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsrat, Geschäftsführung unter Federführung des Erfurter Bundesarbeitsrichter Waldemar Reinfelder als Einigungsstellen-Vorsitzender stellte sich heraus, dass Sasel betriebswirtschaftlich mit den normalen DGB-Zuschüssen weitergeführt werden könnte und eine wirtschaftliche Notlage nicht vorliegt. „Der Einigungsstellen-Vorsitzende teilte uns plötzlich mit, dass der DGB die politische Entscheidung getroffen habe, Sasel zu schließen“, sagt Betriebsratsanwalt Jens Gäbert. Selbst ein Minimal-Kompromiss, die Schließung vorerst um ein Jahr zu verschieben, ist einem Telefonat mit Ingrid Sehrbrock, zuständig im DGB-Bundesvorstand für Bildungspolitik und Vorstandsvorsitzende des DGB-Bildungswerkes, abgelehnt worden.

Um den Anschein zu wahren, sich nicht ganz aus der Betriebsräte-Qualifizierung zu verabschieden, soll ein Teil des Seminar-Angebots in das Hamburger DGB-Haus verlagert werden. Dort möchte das Bildungswerk Räume als Verwaltungsstandort und zur Durchführung von Seminaren für 220.000 Euro pro Jahr von der DGB-eigenen Vermögensverwaltung VTG anmieten, die eigentlich zur Fremdvermietung vorgesehen sind, aber zurzeit leer stehen. Räumlich getrennt soll die Hotelunterbringung im benachbarten Jungen Hotel erfolgen, also eine Variante, die Bildungswerk-Geschäftsführer Dieter Eich noch im November unter Androhung gerichtlicher Schritte gegen die taz vehement bestritten hat.

Hamburgs DGB-Chef Uwe Grund, Befürworter des Erhalts von Sasel, findet das DGB-Vorgehen bedauerlich. „Wir sind nicht informiert worden, unsere Meinung war nicht gefragt“, kritisiert Grund. „Das ist alles in den Zentralen beschlossen worden.“ Dass Seminar-Kapazitäten nun in sein Haus verlagert werden sollen, sieht Grund mit gemischten Gefühlen. „Es ist nicht die schlimmste Lösung, es hätte schlimmer kommen können.“ Doch selbst jetzt werde er noch von der DGB-Zentrale ausgegrenzt. „Ich telefoniere gerade hinterher, wie das praktisch aussehen soll“, sagt Grund.

In Sasel herrscht indes Totentanz-Stimmung. „20 Kündigungen sind ausgesprochen worden“, sagt die Betriebsratsvorsitzende Bettina Saß. „Da laufen jetzt die Kündigungsschutzklagen. Sieben befristete Verträge werden nicht verlängert.“ Sie selbst solle zum August ins Bildungszentrum Hattingen versetzt werden, 20 weitere Mitarbeiter sollen in das DGB-Haus verlagert werden.

Die Sozialplanverhandlungen haben zwar noch nicht begonnen, aber schon jetzt hat die Geschäftsführung des Bildungswerks signalisiert, was sie von sozialverträglich hält. „Nach der Formel erhält ein 45-jähriger Mitarbeiter gerade einmal 0,5 Brutto-Monatsentgelt pro Beschäftigungsjahr als Abfindung“, sagt Gesamt-Betriebsrätin Altun Jenner. „Wie ein normaler Arbeitgeber – nur schlimmer“, sagt Anwalt Gäbert. „Zu dem gewerkschaftspolitischen Skandal der Schließung des Tagungszentrums“, so Jenner, „kommt also noch der sozialpolitische Skandal, dass Mitarbeiter mit einem Hungerlohn abgefunden werden sollen.“

Redaktionelle Anmerkung: Dieser Beitrag von Kai von Appen erschien in der Printausgabe der taz nord vom 06. Juli 2011.

1 Kommentar

 
Beitrag von Marion Bentin
geschrieben am 05.07.2011 um 11:36 Uhr

Ein Skandal ohne Beispiel – ich bin zutiefst betroffen und wütend, dass die DGB-Führung nicht einmal zu einem Einigungsstellen-Kompromiss bereit war!!

Ich hoffe nur, dass die tausenden von Teilnehmern Eures wirklich hervorragenden Bildungsprogramms weiterhin das Gelernte anwenden und in ihren Gewerkschaftsgremien diesen DGB-Skandal anprangern.

Solidarische Grüße
Marion Bentin

 
Beitrag von Ute Scholz
geschrieben am 04.07.2011 um 10:26 Uhr

Mit vielen anderen Seminarteilnehmern stand ich vor der Bildungsstätte in Sasel, als Dieter Eich am 10.06.11 dem BR die Anhörung zu den vorgesehenen Kündigungen brachte. Er zeigte sich völlig unbeeindruckt – kalt und emotionslos. Aber warum sollte er auch emotional reagieren? SEIN Job ist nicht gefährdet. Sehr schade, wie ich meine.

Meine Hochachtung gilt den Kolleginnen und Kollegen in der Bildungsstätte, die trotz enormer psychischer Belastung ihren Job freundlich und unbeirrt machen und für jeden Teilnehmer ein nettes Wort übrig haben.

Ja, die Bildungsstätte in Sasel hat Jugendherbergs-Charme, das jedoch so konsequent, daß auch der familiäre Teil nicht zu kurz kommt.

In Sasel ist der Teilnehmer nicht nur eine Zimmernummer und das Angebot Wünsche zu äußern ist dort nicht zum Lippenbekenntnis verkommen.

Ich lernte die KollegInnen aus der Hauswirtschaft, der Küche und der Verwaltung als wundervolle Menschen kennen, die „Dienstleister“ mit Herz sind.

Das kann ein Hotel, in dem jeder Gast mit dem gleichen eingefrorenen Lächeln und dem immer gleichen Spruch an der Rezeption begrüßt wird, nicht leisten.

Lernen in entspannter Atmosphäre, Austausch mit gleichgesinnten, Informationen erhalten und durch das „Rundumsorglospaket“ in der Lage sein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren; dafür stand und steht das Bildungszentrum Sasel für mich.

Ich wünsche allen dort beschäftigten Kolleginnen und Kollegen alles Gute und bedanke mich auf diesem Weg auch bei den Menschen, die den Förderkreis ins Leben riefen und viele Monate um den Erhalt der Bildungsstätte kämpften, um uns Betriebsräten weiterhin die Seminarteilnahme im „betreuten Wohnen“ zu ermoglichen.

Ute Scholz

 
Beitrag von Marie
geschrieben am 03.07.2011 um 10:04 Uhr

Hallo Leute,

bitte glaubt diese Lügen, die die Geschäftsführung hier und auch anderswo verbreitet nicht. Z.B. die Belegschaft sei seit April 2010 informiert gewesen. Die Belegschaft und auch die Betriebsräte sind im Oktober 2010 informiert worden. Das könnt ihr ja alle hier auf dieser Seite nachprüfen.

Oder: das Team des Bildungswerks habe alles getan um die Standorte zu erhalten. Welches Team? Wer ist hier gemeint. Die GF gehörte sicher nicht dazu, denn seit dem Einsatz einer neuen Leiterin der Betriebsrätequalifizierung ging es mit diesem bergab!

Überhaupt pflastern falsche Personalentscheidungen den Weg des Geschäftsführers.
Also lasst euch nicht in die Irre führen und prüft selber nach, was die Wahrheit ist.

Marie

Redaktionelle Anmerkung: Dieser Beitrag erschien unter einem Pseudonym. Diese Möglichkeit räumen wir Beschäftigten des Bildungswerks und deren Angehörigen ein, um sie vor Repressionen durch die Geschäftsführung des DGB Bildungswerks zu schützen.

 
Beitrag von Martin Lesch
geschrieben am 02.07.2011 um 08:40 Uhr

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist ja schön und gut, dass sich hier so viele GewerkschafterInnen gegen die Schließungsabsichten von Sehrbrock, Sommer, Eich & Co. aussprechen. Diese Solidaritätserklärungen sind wichtig, um den Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht alleine stehen.

Aber: Entscheidend dürfte doch wohl sein, was die Betroffenen selber zu tun bereit sind. Ihre „Hausgewerkschaft“, die NGG ist offensichtlich nicht bereit, mit ihnen einen (Arbeits-)Kampf für einen Sozialtarifvertrag gegen die Spitzen von DGB-Bildungswerk und DGB zu führen. Darüber braucht man sich auch gar nicht zu wundern, denn in Bezug auf den DGB als Bildungswerks-Eigentümer ist die NGG alles andere als gegnerfrei und unabhängig. Wenn sich die Betroffenen nicht im VGB (www.dervgb.de) als der einzigen gegnerfreien und vom DGB unabhängigen Koalition organisieren und in und mit dieser für einen Sozialtarifvertrag kämpfen, auch mit Streiks, werden sie, so bitter dies klingt, demnächst „Kunden“ bei der Arbeitsagentur sein.

Deshalb: Nicht betteln und bitten – nur mutig gestritten !

 
Beitrag von Christian-Peter
geschrieben am 02.07.2011 um 08:11 Uhr

Redaktionelle Anmerkung: Dieser – mit einem Pseudonym – eingereichte Beitrag versteht sich als Kommentar für den Beitrag von DGB Bildungswerk / Bereich Geschäftsführung / Dr. Dieter Eich.

Wieso laßt Ihr diesen Neoliberalen auf Eurer Seite weiterhin die Belegschaft und die Öffentlichkeit verarschen?

Die Belegschaft hatte sich geweigert an einer Belegschaftsversammlung teilzunehmen und den Raum verlassen und nun kriegt der hier ein Forum.

Bin entsetzt!

 
Beitrag von Gesamtbetriebsrat (GBR) des DGB Bildungswerk
geschrieben am 01.07.2011 um 10:53 Uhr

GBR Info 10/2011 vom 1. Juli 2011

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

dass nach dem Ende von Interessenausgleichsverhandlungen, die zu keiner Einigung geführt haben,unterschiedliche Darstellungen der sich gegenüberstehenden Parteien (Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat) abgegeben werden, wird niemanden überraschen. Man sollte sich daher auch eine inflationäre Gegendarstellerei schenken. Wenn aber die Darstellung einer der beiden Seiten nur noch als „Nachtreten“ daherkommt, ansonsten grob wahrheitswidrig ist und nur mehr die Absicht verfolgt, die Verantwortung für zurückliegende und kommende Probleme auf die Gegenpartei abzuwälzen, dann wird die Richtigstellung zur Pflicht. Das ist der Grund, weshalb der Gesamtbetriebsrat (GBR) erneut in den Rückspiegel schaut und auf die Information der Geschäftsführung (GF) vom 18.06. sowie ihrem Schreiben vom 22.06.2011 an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeht.

Vorherrschend, obschon nicht widerspruchsfrei, tönt in beiden Schreiben der GF die Grundmelodie der Alternativlosigkeit. Ihre Position beschreibt sie als einzig möglichen Weg, „das drohende Defizit vom Bildungswerk abzuwenden“, „ zukunftsfähig zu bleiben“ und die „gesetzte Aufgabe der Betriebsrätequalifizierung und der politischen Bildung weiterhin zu erfüllen“. Wer sich schon in seiner Wortwahl derart aus dem Arsenal der Sachzwanglogik bedient, kann gar nicht anders, als „unüberbrückbare Gegensätze“ auszumachen und Kompromissmöglichkeiten zu verneinen. Die Starrheit dieses Blicks war in jeder Sekunde der Verhandlungen ebenso leicht zu bemerken wie zu erklären. Denn wo die Alternativlosigkeit als Marschroute festliegt, werden Begründungen zur Routine, Gegenentwürfe als nicht existent angesehen und das Vorgehen der Gegenseite in anderen als sachlich begründeten Motiven gesucht. Dazu einige Punkte, die sich auf Aussagen der beiden oben genannten Schreiben der Geschäftsführung beziehen.

(mehr …)

 
Beitrag von DGB Bildungswerk / Bereich Geschäftsführung / Dr. Dieter Eich
geschrieben am 01.07.2011 um 08:20 Uhr

Redaktionelle Anmerkung: Im Gästebuch unserer Webseite ist gestern von Herrn Thomas Schulz ein kritischer Beitrag aus dem Bereich der Geschäftsführung des DGB Bildungswerks zu den Diskussionen im Förderkreis veröffentlicht worden. Dieser Beitrag enthält umfängliche Zitate von DGB-Bildungswerk-Geschäftsführer Dr. Dieter Eich. Aus Sorgfaltsgründen teilten wir Herrn Thomas Schulz daraufhin mit, dass wir diesen Beitrag so lange sperren müssen, bis uns verdeutlicht wird, dass die in diesem Beitrag enthaltenen Zitate von Dr. Dieter Eich tatsächlich von diesem stammen und ihm nicht nur zugeschrieben werden. Heute wurde uns per Email von Dr. Dieter Eich die Richtigkeit der in dem Beitrag enthaltenen Zitate versichert. Wir veröffentlichen diesen Beitrag deshalb jetzt auch hier auf unserem Diskussionsblog. Auch um die Debatte damit zu beleben. (Gerd Knauf / Webmaster)

DGB Bildungswerk rüstet sich für künftige Herausforderungen

• „Wo Zukunft sich bildet“ konsequent umsetzen
• Großteil der Arbeitsplätze im Bildungswerk erhalten
• Geschäftsführung sucht weiterhin Dialog

Düsseldorf, den 29. Juno 2011

„Das Bildungswerk des DGB stellt sich an den Standorten Hattingen und Hamburg neu auf. Mir diesen einschneidenden Maßnahmen wollen und werden wir unseren Auftrag ‚Wo Zukunft sich bildet‘ konsequent umsetzen und einen Großteil unserer Arbeitsplätze erhalten können“, erklärt der Geschäftsführer des DGB Bildungswerks, Dr. Dieter Eich.

Investitionen in Standorte Hattingen und Hamburg

Im Bildungszentrum Hattingen wird gezielt in die Jugendarbeit investiert, die Infrastruktur des Zentrums verbessert. Insbesondere gilt dies für Betriebsräteseminare und den Bereich der Medienpädagogik.

Am Standort Hamburg wird das Bildungswerk von einem gepachteten Haus am Stadtrand Hamburg-Sasel in das zentral gelegene DGB Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof mit einem neuen Bildungsbereich um. Dort werden die Betriebsräteseminare, insbesondere die Veranstaltungen des „Saseler Dreischritt“, weiter entwickelt.

Das ganze Team des Bildungswerks habe lange und intensiv darum gekämpft, alle drei Tagungshäuser In Hattingen, Hamburg und Starnberg auszulasten und somit zu erhalten. Für die gepachteten Häuser in Hamburg-Sasel und Starnberg wären kurzfristig Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe angestanden. Vor dem Hintergrund, wie grundlegend sich die Bildungsnachfrage geändert habe, hätte ein stures ‚Weiter so!‘ den Auftrag des gesamten Bildungswerks gefährdet.

„An den Häusern im wahrsten Sinne des Wortes ‚um jeden Preis‘ festzuhalten wäre verantwortungslos“, so Eich. „Wir konnten mit Unterstützung der Politik, den Verwaltungen und den Einzelgewerkschaften tragbare, nachhaltige Lösungen für die Standorte Hattingen und Hamburg erreichen. Damit erhalten wir einen Großteil der Arbeitsplätze. Das gepachtete Haus am Starnberger See müssen wir trotz der gemeinsamen Anstrengungen der vergangenen Jahre aufgeben.“

Mitarbeiter des Bildungswerks seit April 2010 informiert.

Die Mitarbeiter des Bildungswerks wurden bereits im April 2010 über die anstehenden betrieblichen Veränderungen informiert. Seitdem sucht die Geschäftsführung den Dialog über Interessenausgleich und Sozialplan für insgesamt 41 Beschäftigte.

„Ziel der Geschäftsführung war, ist und bleibt es, die notwendigen Änderungen so sozialverträglich wie möglich durchzuführen. Auch, nachdem der Vorsitzende der Einigungsstelle am 17. Juni 2011 nach monatelangen Verhandlungen und mehrtägigen Sitzungen in der Einigungsstelle das Scheitern der Verhandlungen festgestellt hat“, erklärt Eich.

Für ihn als alten, erfahrenen Gewerkschafter sei es unbegreiflich, wie der Betriebsrat sich genau jenen gesetzlichen Möglichkeiten verweigere, für die sich die Gewerkschaften jahrzehntelang eingesetzt haben, um betriebliche Veränderungen möglichst so zu gestalten, dass niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen werden muss.

1 Kommentar

 
Beitrag von Alfred Matejka
geschrieben am 01.07.2011 um 06:51 Uhr

Welche Möglichkeiten haben wir nach dem Saseler-Dreisprung. 4000 Unterschriften von Betriebsräten. Welchen Einfluß haben diese, die Führungsspitze des DGB abzuwählen(der größte Gegner sitzt nicht nur im eigenen BR, wohl auch im DGB-Vorstand). Aussetzen der Beitragszahlungen, oder ist das schon zu überzogen? Beiträge in Betriebsversammlungen. Autokorso nach und um Sasel(Kreuzfahrt).

Gruß
Alfred Matejka
Betriebsratsvorsitzender
Federal-Mogul Wiesbaden GmbH

 
Beitrag von Jean – Louis Blondel
geschrieben am 30.06.2011 um 19:15 Uhr

Zu effektiven und effizienten Seminaren gehört auch die Atmosphäre einer Bildungsstätte. Die Bildungsstätte in Hamburg habe ich erlebt und hat auch diese Atmosphäre!!!

Die Gutsherrenart des DGB erschreckt mich, sich kein Millimeter zu bewegen, obwohl es glasklare Argumente für eine gute Lösung gibt, kenne ich eigentlich nur von Arbeitgebern.

Herr Sommer und Frau Sehrbrock vernichten vermutlich ohne Skrupel die Existenzen von Menschen und Familien und die restliche Organisation des DGB schaut seelenruhig zu.
Geld reagiert die Welt, auch beim DGB!!!

Ich bin trotzdem für eine Weiterführung der Bildungsstätte in Hamburg.

Viel Erfolg!
Jean – Louis Blondel

 
Beitrag von Neues Deutschland
geschrieben am 30.06.2011 um 17:02 Uhr

Handlungskompetenz statt Rendite

Zoff im DGB um die Schließung zweier Bildungszentren

Die DGB-Bildungszentren in Hamburg-Sasel und Starnberg schließen endgültig. 41 Stellen sollen wegfallen, der Betriebsrat ist sauer – der DGB-Vorsitzende »nicht zuständig«.

von Peter Nowak

dgb-liegt-schiefDer Sensenmann trägt Brille und hat ein DGB-Symbol auf seinem schwarzen Umhang. Er ziert eine Todesanzeige des Förderkreises Sasel e.V., in der es heißt: »Der DGB schließt die Bildungszentren Sasel und Starnberg«. Schon als die Pläne zur Aufgabe dieser beiden Bildungsstätten bekannt wurden, regte sich schnell in sämtlichen Gewerkschaften Widerspruch. Innerhalb weniger Wochen unterschrieben mehr als 4000 Gewerkschafter eine Erklärung für den Erhalt dieser Einrichtungen.

Nachdem der Interessenausgleich zwischen dem Gesamtbetriebsrat und der Geschäftsführung des DGB Bildungswerks am 17. Juni in Berlin endgültig scheiterte, ist die Enttäuschung bei Hans Mielke vom Förderkreis Sasel groß. »Eineinhalb Jahre habe ich mich für den Erhalt des Bildungswerkes eingesetzt. Jetzt stehe ich vor einer schwarzen Mauer«, erklärt er gegenüber ND. Im Dezember hatte Mielke noch in einen offenen Brief an den DGB-Bundesvorstand und die Vorsitzenden der Mitgliedsgewerkschaften appelliert, die Bildungswerke zu erhalten. »Dabei war die Schließung dort schon längst beschlossene Sache«, resümiert Mielke bitter.

»Der DGB Bundesvorstand in Person von Michael Sommer hat sich auf alle Schreiben, die wir geschickt haben, immer mit der Erklärung aus der Affäre gezogen, er sei nicht zuständig«, erklärt die Gesamtbetriebsrätin des Bildungswerks Ingrid Gohr-Anders. Sie bestätigt, dass die Betriebsräte in Sasel und Starnberg in der letzten Woche zu Anhörungen zu Kündigungen geladen wurden, denen sie widersprochen hatten. 41 Stellen im Servicebereich sollen wegfallen. Doch den Kritikern des Schließungsbeschlusses geht es auch um den Erhalt eines Stücks Arbeiterkultur. »Das Ziel gewerkschaftlicher Bildung ist nicht die Erwirtschaftung von Renditen, sondern die Vermittlung von Handlungskompetenz«, schreibt Gohr-Anders in der Gewerkschaftszeitung »Mitbestimmung«. Sie ist überzeugt, dass der »Lernort gewerkschaftliche Bildungseinrichtung« nicht durch Hotels ersetzt werden könne. Die Bildungsarbeit solle in den eigenen Häusern fortgesetzt werden, statt mit ihrer Zerschlagung Entwicklungspotenziale des Bildungswerks zu gefährden.

Den Einwand kann der Sprecher des Bildungswerkes Thomas Schulz nicht nachvollziehen. »Am Standort Hamburg wird das Bildungswerk aus einem gepachteten Haus am Stadtrand Hamburg-Sasel in das zentral gelegene DGB-Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof umziehen«, sagt er. Allerdings gibt es noch keinen Termin. Schulz betont, dass ein Erhalt der beiden Häuser angesichts der veränderten Nachfrage im Bildungsbereich und fälligen Millioneninvestitionen für das Bildungswerk schwer tragbar gewesen wäre. Im Gespräch mit ND bedauert er die Blockadehaltung des Betriebsrates. Für ihn als alten, erfahrenen Gewerkschafter sei es unbegreiflich, wie der Betriebsrat sich genau jenen gesetzlichen Möglichkeiten verweigere, für sich die Gewerkschaften jahrzehntelang eingesetzt haben, um betriebliche Veränderungen möglichst so zu gestalten, dass niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen werden muss. Andere Gewerkschafter weisen darauf hin, dass das Ziel vieler Arbeitskämpfe die Verhinderung und nicht die sozialverträgliche Umsetzung von Kündigungen war und ist. Daran wolle man auch festhalten, wenn der Kontrahent der DGB ist.

Redaktionelle Anmerkung: Dieser Beitrag von Peter Nowak erscheint in der morgigen Printausgabe des Neuen Deutschland. Die in Berlin erscheinende Tageszeitung bringt den Beitrag auf ihrer Gewerkschaftsseite

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/201034.handlungskompetenz-statt-rendite.html

 
Beitrag von Peter Hinterland-Datz
geschrieben am 30.06.2011 um 14:19 Uhr

Ich gehöre zu den ersten Teilnehmern 1975/76. Wir haben in Sasel die Grundlagen erfolgreicher BR-Arbeit besonders im Kündigungsschutz erarbeitet und die Frankfurter Arbeitsgerichte vom absoluten Vorrang des Erhalts der Arbeitsplätze überzeugen können!

Sasel 0der auch Starberg zu schließen, halte ich für eine absolute gewerkschafts- und gesellschaftspolitische Dummheit!

(zumal der DGB-Rechtsschutz ja nun auch nicht das Gelbe vom Ei ist)

Peter Hinterland-Datz

 
Beitrag von Bernd Meyer
geschrieben am 30.06.2011 um 13:42 Uhr

Stimmt! Unsere letzten Häuser müssen erhalten bleiben, wo sollen wir sonst hin???

 
Beitrag von Bernd Eichmann
geschrieben am 30.06.2011 um 09:33 Uhr

Hallo, liebe Leute vom Förderkreis,

angesichts der aktuellen Lage solltet ihr unkonventionell handeln, mit der Kreativität von Bildungsmenschen: Warum zieht ihr nicht mit „Stammpersonalen“ (auch freien MA) und „Stammkunden“ ein paar „freie“ Seminare auf: Zukunftswerkstätten für gewerkschaftliche Bildung etwa oder Arbeitsrechtseminare mit dem Thema: Was tun, wenn die Gewerkschaft dein Arbeitgeber ist? etc. …

Räume könntet ihr bei sympathisierenden Gewerkschafts-(Sub-)Organisationen finden, die vielleicht sogar als Träger auftreten würden. Finanziert werden könnte es ebenfalls durch Sympathisanten und durch private Eigenmittel. Und dann solltet ihr mediale Unterstützung suchen, die die „freie“ gewerkschaftliche Bildungsinitiative öffentlich macht.

Das ist nur im Groben gedacht, aber vielleicht inspiriert euch das?

Gruß Bernd Eichmann

 
Beitrag von Danny Thomas
geschrieben am 30.06.2011 um 07:20 Uhr

Die drei schönen und für die Arbeit nutzbaren Bildungszentren müssen erhalten bleiben!

 
Beitrag von GK
geschrieben am 29.06.2011 um 21:15 Uhr

Ich musste mir die Bezahlung meines Sasel-Lehrgangs vor Gericht erkämpfen. Der Rechtsanwalt des Arbeitgebers machte es derart deutlich, dass es speziell gegen den DGB-Lehrgang in Sasel ging, dass selbst der Richter den Kopf schüttelte.

Was allerdings der Arbeitgeber nicht geschafft hatte, schaft nun der DGB selbst. Das ist bitter.

Redaktionelle Anmerkung: Der Autor schreibt aus persönlichen Gründen unter dem Pseudonym GK. Die volle Identität des Autors ist der Redaktion dieser Webseite aber bekannt.

 
Beitrag von Bernd Wittich
geschrieben am 29.06.2011 um 16:26 Uhr

Liebe KollegInnen,

ich lese die Beiträge hier im Blog und bin verwundert. Zorn, Ärger und doch im Ton eher Bittsteller oder habe ich da etwas nicht verstanden?

Eine politische Bewertung des Handelns von DGB und Geschäftsführung, die den Ursachen der Entwicklung auf den Grund geht vermisse ich sehr. Zumal davon auszugehen ist, dass auf diese Weise die „Wandlungen“ weitergehen. Es ist ja auch im Bildungswerk genügend Personal installiert, dass nur noch „marktwirtschaftlich“ denken und handeln kann. Ohne starke Gewerkschaften – die wir heute nicht haben – werden aber auch unser BHR, PR und VL immer mehr auf verlorenen Posten stehen. Haben wir verlernt die eigene(n) Organisation(en) und ihr Personal kritisch zu prüfen? Sind wir nur noch BittstellerInnen in den eigenen Gewerkschaften, die ab und an mal Dampf ablassen dürfen? Seit sicher, die Entmächtigung der Gewerkschaften geht weiter.

Bernd Wittich

 
Beitrag von Peter Cremer
geschrieben am 29.06.2011 um 14:14 Uhr

Schade, dass diese Schule für Betriebsräte geschlossen wird!

Überlegt es euch noch einmal liebe Verantwortlichen des DGB! Und denkt noch einmal darüber nach, wie ihr mit den dort beschäftigen „Mitarbeitern/Kollegen“ umgeht. Meines Erachtens ist das gewerkschaftsfeindlich!!!!!

Peter Cremer

 
Beitrag von Geschäftsführung des DGB Bildungswerks
geschrieben am 29.06.2011 um 14:10 Uhr

Heute Nachmittag kamen Sie in Sasel an – im Päckchen – die Kündigungen für unsere Kolleginnen und Kollegen …

kuendigungen_im_paeckchen

 
Beitrag von Jour Fixe Hamburg
geschrieben am 29.06.2011 um 13:25 Uhr

Liebe KollegInnen,

ihr konntet euch nicht durchsetzen gegen euren Arbeitgeber DGB. Gegen andere Arbeitgeber konnten immerhin Teilerfolge errungen werden, wie beim Kampf der Belegschaft von BSH (Bosch Siemens Berlin), wo die Schließung mit einer reduzierten Belegschaft um vier Jahre rausgezögert werden konnte. (Wir hatten Kollegen von BSH seinerzeit bei einem Jour Fixe in Hamburg).

Wir haben über euren Widerstand in den letzten Monaten öfter berichtet, über unseren Verteiler (wie jetzt in dieser Mail) und Teamer haben auf unserem Treffen berichtet.

Die Frage ist offen: Was für Lehren sind zu ziehen aus dem Verhalten der DGB-Führung?

Wollt ihr nicht noch einen würdigen Abschluß machen? Mit einer fröhlichen Trauerfeier in Sasel, alle früheren LehrgansteilnehmerInnen und UnterstützerInnen einladen?

Herzlichen und solidarischen Abschiedsgruß
Dieter Wegner
(für die Vorbereitungsgruppe Jour Fixe)

Redaktionelle Anmerkung: Diese Grußadresse ging an die Betriebsräte in Sasel und außerdem an den Förderkreis. Der Jour Fixe ist ein Diskussionszusammenhang aktiver Gewerkschafter aus der Metropolregion Hamburg, die sich häufiger treffen, um branchenübergreifend aktuelle Fragen der Gewerkschaftspolitik zu diskutieren. Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen größere Teile unseres Newsletter auch in ihrem Verteiler nunmehr verbreitet zu haben.

 
Beitrag von Henrik Klose
geschrieben am 29.06.2011 um 12:42 Uhr

Moin, moin,

grosse Enttäuschung wie in der Politik, so auch mal wieder in der Gewerkschaftspolitik. Ohne eine motivierte und geschulte Basis wird die Gewerkschaft sich selbst den Boden unter den Füssen weggraben. Vertrauen schafft daher die Schließung von Schulungshäusern und ein Abbau von WICHTIGEN Arbeitsplätzen garantiert nicht.

Die BASIS macht die vertrauensvolle Gewerkschaftsarbeit. Es ist auch ein Tritt für die vielen EHRENAMTLICH arbeitenden Kollegen, an denen sich unsere abgehobene Führung mal ein Beispiel nehmen sollte. DAS IST GEWERKSCHAFT!!!

Für vertrauensvolle Arbeit zahlen ich und meine Kollegen die Beiträge. Gewerkschaftler?? wie Ingrid Sehrbrock, Michael Sommer, Dieter Eich u.a., sind mir langsam egal. Ich denke , daß in diesen u. ä. Bereichen, jede Menge, einzusparen wäre.

Liebe Grüsse
Henrik Klose

 
Beitrag von André Meister
geschrieben am 29.06.2011 um 12:22 Uhr

Moin Moin!

Die neuesten Meldungen haben mich schockiert. Da werden einem vernünftige Vorgehensweisen beigebracht, und das Verhalten mancher Geschäftsführungen verteufelt. Nun handelt die Führung des DGB schon wie sie es von Geschäftsführungen eben nicht erwartet, und zwar unfair! Ich weiß nicht, ob meine IGM im DGB noch richtig aufgehoben ist.

André Meister,
BRV, OV-Mitglied

 
Beitrag von Peter Cremer
geschrieben am 29.06.2011 um 10:55 Uhr

Hallo liebe Kollegen aus Sasel,

ich stehe voll hinter euch, denn ich habe während meiner Betriebsratszeit Super Seminare (AR, Wirschaftsausschus etc.) bei euch gemacht, Ich bedaure es sehr, dass euer Haus nun geschlossen wird. Solidaritätsunterschriften wurden in Hattingen gesammelt, woran ich mich beteiligt habe. Leider kann ich nicht viel mehr tun. Ich hoffe, falls es tasächlich zur Schließung kommt, dass ihr alle eine Weiterbeschäftigung, auch innerhalb des DGB (das wäre das Mindeste) erhalten werdet.

Glückauf aus Marl

Peter Cremer

 
Beitrag von Dr. Peter Enders
geschrieben am 29.06.2011 um 09:28 Uhr

Hallo *,

auch ich bin bestürzt über die Entwicklung, und es zeigt sich, wie schnell in *allen* Institutionen die Bodenhaftung verloren gehen kann (vgl. Steinkühler, Zwickel). – Vielleicht sollen auch die Einzelgewerkschaften ihre BR und VL selbst schulen? Das fände ich schade, denn ich ich würde gern auch andere Gewerkschafter treffen: Diese Schließungen schaden auch der Einheit der Gewerkschaften!

Ich drücke den Betroffenen die Daumen für die Sozialplanverhandlungen,

Peter

 
Beitrag von Helmut Wagner
geschrieben am 29.06.2011 um 08:23 Uhr

Am brutalst möglichsten reagiert der DGB, gezwungen von den Einzelgewerkschaften, die den DGB finanzieren. Sie schließen die eigenen Bildungsstätten. Warum nur?

Weil die Arbeitnehmer keine Gegenwehr bilden, sie nehmen nicht einmal das Angebot an, sich in einer gegnerfreien Gewerkschaft zu

organisieren, um ihr gutes Recht zu erkämpfen.

Sie und ihre Betriebsräte machen es dem Arbeitgeber DGB leicht, wieder als alte „Betonköpfe“ ihren eigenen Ast, die Bildung, auf dem sie sitzen, abzusägen, ohne die

sich Gewerkschaften ab ad surdum führen.

Redaktionelle Anmerkung: An diesen Eintrag wurde das folgende Bild angehängt.

1- Mai

1 Kommentar

 
Beitrag von Hermann Büttner
geschrieben am 29.06.2011 um 07:34 Uhr

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen des Förderkreises,

dieses Verhalten der Verantwortlichen konterkariert nicht nur zum ersten Mal die Leitlinie und die Präambel des auf die Flagge des DGB geschriebenen Leitspruchs. Dieses Arbeitgeberverhalten einer Gewerkschaftsführung macht mich traurig und legt mir den Gedanken nahe, aus meiner Gewerkschaft auszutreten.

Mit besten Grüßen
Hermann Büttner
Mitglied des Personalrates und
Vertrauensmann für Schwerbehinderte bei PSI Hamburg

 
Beitrag von Stephan Krull
geschrieben am 29.06.2011 um 07:17 Uhr

Ich bin empört über das Verhalten des DGB-Bundesvorstandes und der Geschäftsführung des DGB-Bildungswerkes. Es ist wirklich eine Schande, wie der DGB mit der Bildungsarbeit und mit den Beschäftigten umgeht. Das alles lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten. Eine Schande ist auch, dass die Mitgliedsgewerkschaften dieses Treiben zulassen und nicht verhindern!

Stephan Krull

 
Beitrag von Ralf Baum
geschrieben am 29.06.2011 um 06:59 Uhr

Es ist wirklich unbegreiflich, wie mit der Bildung von Betriebsräten, aber auch mit den Beschäftigten in Sasel und Starnberg umgegangen wird.

Sicher werden sich auch in den Organisationen Veränderungen nicht ausschließen lassen, jedoch so wie es am vorliegenden Fall abgelaufen ist, ist es keine positive Vorgehensweise.

Was wir Gewerkschafter von den Arbeitgebern fordern, halten die Gewerkschaftsarbeitgeber ungenügend ein.

Keine Werbung für Gewerkschaften und Beispiele die uns von interessierter Seite vor die Nase gehalten werden.

Ralf Baum
BR, VKL, IGM OV und Revisor, Tarifkommission, Bez. VL-Ausschuß

 
Beitrag von Christine Müller
geschrieben am 29.06.2011 um 06:54 Uhr

Für mich ist Starnberg nicht nur ein Ort von Schulungen und Fortbildung, sondern auch des Austauschs und Erholung. Und das haben sich doch Betriebs- und Personalräte wahrlich verdient.

Christine Müller

 
Beitrag von Manuela
geschrieben am 29.06.2011 um 03:48 Uhr

Schade, das war es mit meiner Zertifizierung :-( Der DGB wird für mich zukünftig keine Schulungen mehr machen. Wie will eine Institution Rechte der Beschäftigten schulen wenn gleichzeitig im „eigenen Stall“ das Gegenteil demonstriert wird. Der DGB hat für mich (und meine KollegInnen) jegliche Glaubwürdigkeit verloren!!!

Ich wünsche den „Noch-Angestellten“ alles Gute für die Zukunft – es kann wohl nur einen besseren neuen Arbeitgeber geben…

Manuela

 
Beitrag von Aktiven aus dem Förderkreis
geschrieben am 28.06.2011 um 19:30 Uhr

Newsletter Nr. 12 vom 29.06.2011

„Sonst tritt er für die Rechte von Arbeitnehmern ein, jetzt setzt er die eigenen Leute vor die Tür: Gegen den Widerstand der Belegschaft wird der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sein Hamburger Tagungszentrum in Sasel zum 31. Dezember 2011 schließen und 27 von 38 Mitarbeitern kündigen. Das teilte der Betriebsrat nach gescheiterten Interessensverhandlungen in Berlin mit. Demnach wird das 1974 in Betrieb genommene Zentrum zum Ende des Jahres aus Kostengründen geschlossen.“
(Ausschnitt aus einem Bericht des Hamburger Abendblatts, 27. Juni 2011)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie Euch die Meldung aus dem Hamburger Abendblatt schon zeigt, haben wir mit diesem Newsletter negative Nachrichten weiterzuleiten: Die zuletzt in Berlin stattgefundenen Interessenausgleichsverhandlungen zwischen dem Gesamtbetriebsrat und der Geschäftsführung des DGB Bildungswerks, sie sind in der letzten Woche endgültig gescheitert. Klar ist nun, dass unsere traditionsreiche Bildungsstätte für Betriebsräte in Hamburg schon am 25. November dieses Jahres ihre Pforten schließen wird. Für die Bildungsstätte in Starnberg muss indes noch eine Entscheidung des LAG München zur Frage eines standortbezogenen Interessenausgleichs abgewartet werden.

Insgesamt sollen in beiden Häusern allein 56 Arbeitsplätze der fest angestellten Mitarbeiter vernichtet werden – 27 davon allein in Hamburg. Wie viele der freiberuflichen tätigen Mitarbeiter durch die Reduktion des Bildungsangebots betroffen sein werden, darüber lässt sich nur spekulieren. Doch noch wichtiger: das bisherige Konzept einer guten Betriebsrätequalifizierung unter dem Dach des DGB in eigenen Bildungszentren wird damit aufgegeben. Denn auch dem Einigungsstellenvorsitzenden Waldemar Reinfelder (Richter am Bundesarbeitsgericht) blieb am Ende nur übrig das Scheitern der Verhandlungen festzustellen, nachdem der Bundesvorstand des DGB (im Schlepptau die Geschäftsführung) jegliche Kompromissbereitschaft hatte vermissen lassen.

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Beitrag von Hamburger Abendblatt
geschrieben am 27.06.2011 um 04:45 Uhr

DGB kündigt 27 Mitarbeitern seines Tagungszentrums in Sasel

Sasel. Sonst tritt er für die Rechte von Arbeitnehmern ein, jetzt setzt er die eigenen Leute vor die Tür: Gegen den Widerstand der Belegschaft wird der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sein Hamburger Tagungszentrum in Sasel zum 31. Dezember 2011 schließen und 27 von 38 Mitarbeitern kündigen. Das teilt der Betriebsrat nach gescheiterten Interessensverhandlungen in Berlin mit. Demnach wird das 1974 in Betrieb genommene Zentrum zum Ende des Jahres aus Kostengründen geschlossen.

Die aus Mitgliedsbeiträgen gespeisten Haushaltsmittel des DGB würden zur Finanzierung der sanierungsbedürftigen Bildungsstätte nicht mehr genügen. Gleiches gelte für das Tagungszentrum am Starnberger See. In Sasel müssen sich mehr als zwei Drittel der Belegschaft einen neuen Job suchen, lediglich elf Mitarbeiter sollen in die Hamburger Hauptgeschäftsstelle des DGB am Besenbinderhof wechseln.

Jeweils bis zu 75 Teilnehmern bot das Tagungszentrum während 140 Veranstaltungen pro Jahr Platz. In dem Saseler Haus, das für 1,2 bis 2,2 Millionen Euro saniert werden müsste, wurden meist Betriebsräte geschult.(nib)

Redaktionelle Anmerkung: Diese Meldung erschien heute im Hamburger Abendblatt.

 
  




 
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